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The Martian

Robinson Crusoe auf dem Mars | kleiner Spoiler
09.05.2014 um 21:46 Uhr
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Mark Watney ist gestrandet auf einem fremden Planeten. Als Astronaut einer sechsköpfigen Marsmission wurde er, irrtümlich für tod gehalten, von den Crewmitgliedern während einer Notevakuierung zurückgelassen. Er überlebt den Unfall und ist nun allein auf dem roten Planeten, Der Marsianer ... so weit, so unglaubwürdig.
Nein. The Martian (am) (engl. Der Marsianer) von Andy Weir ist ganz und gar nicht unglaubhaft – Science-Fiction als Genre trifft es nicht ganz. Ich würde es eher Sience-Extrapolation nennen:
Nachdem in nicht allzu ferner Zukunft die Menschheit den Mars durch die erfolgreiche Ares-1-Mission erobern konnte, darf nun Mark Watney als wissentschaftlicher Teilnehmer von Ares-3 seinen Fuß auf den der Erde nächstgelegenen Planeten setzen. Ein Traum wird für ihn wahr – realisiert durch immens großen raumfahrerischen Aufwand, aber mittels herkömmlicher Technologien. Nichts in The Martian erinnert an Lichtschwerter, Warp-Antrieb oder E.T. Die technischen Beschreibungen erfinden keine revolutionären neuen Konzepte. Der Marsflug als eine mehrmonatigen Reise in einem Ionenantrieb (wp)-beschleunigten Raumschiff und der (geplante) 31-tägige Marsaufenthalt zu Forschungszwecken werden in konventioneller Weise gezeichnet. Das Mars-Habitat, Apparaturen, Voräte und die Raumfähre für den Wiederaufstieg (MAV) sind mittels vorangegangener, unbemannter Supply-Missionen zum Landungsplatz der Raumfahrer verbracht worden – auf diese Weise wurden bereits Ares-1 und 2 verwirklicht.

Am sechsten Tag des Aufenthalts droht ein immer stärker werdender Sandsturm das sogenannte MAV (Mars Ascent Vehicle), das zum Verlassen der Marsoberfläche für die Astronauten bereit steht, umzukippen. Die Crew muss aus Sicherheitsgründen das Habitat aufgeben und einen Notstart initiieren. Die Fähre soll an das im Mars-Orbit kreisende Raumschiff docken, mit dessen Hilfe der eigentliche Tarnsfer zur Erde erfolgen kann.

Im Sandsturm geht Mark Watney verloren: Als die sechs Astronauten in Raumanzügen vom Habitat zum MAV übersetzen, wird Mark von einem losgerissenen Teil der Antennenanlage getroffen und sein Anzug durchbohrt. Der sich aufbäumende Sandsturm und die Gewissheit, dass die lebenserhaltenden Systeme von Marks Druckanzug bereits versagt und damit Marks Tod nachsichgezogen haben, verhindern ein rettendes Eingreifen der übrigen Crew. Widerwillig müssen sie Mark aufgegeben und das MAV starten. Doch Mark überlebt.
coverThe Martian von Andy Weir
Alles was Andy Weir erzählt, ist äußerst stringent und plausibel. Die Ereignisse bauen nachvollziebar aufeinander auf. Der sich nun anschließende Überlebenskampf des Protagonisten in einer so faszinierenden, doch lebensfeindlichen Umgebung ist irre spannend. Anfangs ist völlig unklar, ob für Mark überhaupt Aussicht auf Rettung besteht. Die Rahmenbedingungen: Ares-4 ist für vier Jahre später angesetzt. Wenn es Mark gelingt, trotz zerstörter Sendeanlage Kontakt mit der Kontrollstation auf der Erde aufzunehmen, vielleicht auch deutlich früher. eine Rettungsmission in weniger als zwei Jahren wäre dann drin. Der Marsianer müsste es also einerseits schaffen, gut anderthalb Jahre zu überleben, andererseits zum circa 4000 km entfernten avisierten Landeplatz von Ares-4 zu gelangen, denn dort steht bereits das MAV der Mission (siehe oben).

p.s.
Selbst ohne schwarzen Gürtel in englicher Sprache ist dieses Buch sehr leicht wegzulesen. Auch der technische Schnickschnack ist leicht verständlich; liegt nicht zuletzt an der unverblümten Ausdrucksweise des Ich-Erzählers.
BTC
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