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Alpha Centauri still alive

Der Onkel Lesch erklärt die Sterne
16.09.2013 um 20:48 Uhr
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Als durch und durch urbaner Mensch überrascht es mich stets, wieviel mehr doch am nächtlichen Sternenhimmel zu sehen ist, begibt man sich hinaus aufs Land, möglichst weit entfernt von den Halos der hell erleuchteten, städtischen Gebiete. So geschehen seit langem mal wieder am vergangenen Wochenende: der Himmel war, untypisch für den Herbst, gänzlich wolkenlos und bot ein überwältigendes Schauspiel.
Jedesmal, wenn mir ein so klarer Nachthimmel vergönnt ist, überkommt mich das Staunen aufs Neue – wie das beinah jedem anderen Menschen wohl gleichermaßen ergeht. (Tausendfach mehr sichtbare Sterne als bei einem Blick aus meiner innerstädtischen Straße, in der ich wohne – sogar Galaxien sind erkennbar und unsere Milchstraße tritt deutlich hervor.) Und prompt denke ich bei mir: Astronomie müsste man drauf haben! Wie heißen die Dinger, die ich da sehe? Wie weit sind sie entfernt? Wie tief in die Vergangenheit geht mein Blick gerade?
Ja, Astronomie ist eines der vielen interssanten Themenfelder, denen man sich schon ewig einmal widmen wollte und die leider stets hinten runterfallen. Und dann bedauert man, dass einen die zahllosen Verpflichtungen einfach nicht die Zeit gewähren – dabei ist es zumeist nur der innere Schweinehund, der einem im Weg steht.

Ich erinnerte mich einer Sache, die mir seit langem aus dem Sinn entschwunden war: Da gab es mal diese hervorragende Sendung des Nachts im Bayerischen Rundfunk (BR-alpha), mit diesem wundersam geistreichen Mann, der immer so einprägsame und plastische Worte für die komplexen Sachverhalte der Sternenkunde fand. Gemeint ist natürlich Harald Lesch (wp) und seine Sendung Alpha Centauri.haraldLesch
Harald Lesch (Bild: BR)
Gibt's das eigentlich noch? Ich erinnerte mich gehört zu haben, dass die Sendung nicht mehr produziert wurde – tatsächlich lief sie in den Jahren zwischen 1998 und 2006 – aber vielleicht wird sie ja gerade irgendwo wiederholt? Außerdem sollte sie im Internet doch aufzutreiben sein.

Und fürwahr, ich wurde schnell fündig: BR alpha hält alle Episoden dieses Stücks Fernsehgeschichte tatsächlich vor – zwar nicht in sehr beeindruckender Qualität – doch immerhin dem Anschein nach vollständig. Und als ich die Folge "Wie groß ist das Universum?" wahllos anklickte, war ich sofort wieder drin. Ich kann einfach nicht weghören, wenn Prof. Lesch in seiner unnachahmlichen, passionierten Art von Lichtjahren, Sternenhaufen oder dem Urknall schwärmt. Einfach berauschend; und so brachte ich einen kompletten Sonntag damit rum, eine Folge nach der anderen zu verschlingen. Ein guter Sonntag.

Das nächste mal, wenn mich der Nachthimmel mal wieder bannt, weiß ich nun, das Alpha Centauri nicht nur eine legendäre TV-Sendung war, sondern gleichsam das mit rund 4 Lichtjahren uns nächstgelegene (wp), im Sternbild des Zentauren befindliche Sonnensystem ist.

p.s. Noch mehr Lesch wird in der Reihe Denker des Abendlandes geboten. Im Gespräch mit dem Philosophen Wilhelm Vossenkuhl (wp) gibt es in 43 hörens- und sehenswerten Episoden jeweils einen kurzen Abriss über eine philosophische Lehre und dessen Urheber.
BTC
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